WALKING DOWN MEMORY LANE

ihr habt’s sicher schon an der ueberschrift erraten.  heute schwelge ich mal wieder ein bisschen in meinen erinnerungen. das muss auch mal sein, denn schliesslich zehrt man doch das ganze leben an das was man schoene erinnerungen nennt.

wenn ich noch an meine zeit in Italien und in Deutschland denke, faellt mir so viel schoenes und auch obendrein auch sehr viel leckeres ein  😉

meine guete ist das schon lange her….

es war anfang der 70’er jahre, als mein dad von der US armee nach Deutschland geschickt wurde. drei jahre und vielleicht noch mehr sollten wir in einer kleinen stadt in Baden-Wuerttemberg stationiert sein. fuer eine militaerfamilie wie wir es waren, war so etwas nichts aussergewoehnliches. als military family zieht man kreuz und quer durch’s ganze land und wenn man glueck hat, kommt man mitunter auch mal ins ausland. man hat praktisch immer wieder ein neues “zu hause”  ich wuchs also in verschiedenen bundesstaaten auf, musste immer wieder die schule wechseln und kaum hatte ich mich irgendwo eingelebt und freunde gefunden, hiess es auch schon wieder abschied nehmen und einer neuen umgebung entgegen zu sehen….unsere erste “tour of duty” ins ausland die wir von Washington DC bekamen lautete  allerdings Vicenza, Italia. drei jahre haben  wir in diesem  ort verbracht und da blieb es natuerlich nicht aus, dass man einige brocken italienisch lernte.

Italien ist, soviel ich mich noch erinnern kann, ein sehr schoenes land.   wir waren oft unterwegs um land und leute besser kennenzulernen. unser weg fuehrte uns unter anderem auch nach Milano (Mailand) und dann noch nach Padova. auch die huebschen strandorte Ravenna und Rimini durften auf unser entdeckungsreise durch Italien natuerlich nicht fehlen. der weiteste ausflug den wir in Italien unternommen haben war nach Firenze (Florenz) wir haetten damals auch gerne noch Rom erobert, doch dazu sind wir leider nie gekommen. schade eigentlich, denn Rom sollte man wirklich mal gesehen haben wie es so schoen heisst. meine eltern hatten sich zu der zeit wohl lieber fuer Venedig entschieden und haben venezia leider ohne uns rangen besucht.  also kann ich euch von dem romatischen Venedig leider nichts erzaehlen, da ich es nur von fotos her kenne.

woran ich mich noch gut erinnern kann, ist Milano. dort waren wir einige male, da es ja nur so ca. 150 km von Verona entfernt lag. im winter ist es dort recht neblig und im sommer sehr schwuel mit tausenden von steckmuecken.  in Milano gab es was zu sehen und zu erleben. die bauwerke dort haben mich schon als kind sehr fasziniert. am besten hat mir die kathedrale auf der Piazza del Duomo gefallen. das leben in Italien empfand ich damals als sehr laut. auch habe ich mich immer  ein bisschen  vor dem schrecklich  chaotischen verkehr dort gefuerchtet. oft beachten fahrer naemlich nicht die vorgegebenen fahrspuren und wenn man als fussgaenger die strasse ueberqueren wollte, musste man immer angst haben ueberfahren zu werden.

als meine juengste schwester dann geboren wurde, wurden unsere ausfluege immer seltener. mein zeitvertreib bestand dann darin, meine baby- sister zu plagen, indem ich ihr eine saure gurke in den mund stopfte und sie samt ihren babydecken unters bett meiner eltern schob und dort versteckte. was ich mit meiner juengsten schwester so alles gemacht habe war der reinste wahnsinn. es ist ein wunder, dass sie diese dummheiten alle ueberlebt hat.

die zeit die wir in Italien verbracht haben, hat mich auf jeden fall  zum richtigen “pasta freak” werden lassen :mrgreen: ich liebe seitdem alle nudelgerichte bis zum heutigen tage und esse italienische gerichte mit ganz besonders grosser vorliebe.

nach unserer Italien tour haetten wir noch in Japan stationiert werden sollen. kaum in die staaten zurueck gekehrt, verkuendete mein dad, dass wir im naechsten halben jahr nach Japan ziehen wuerden. ich hatte nicht die leiseste ahnung warum wir ausgerechnet nach Japan sollten. doch dann wurden unsere “orders” von Washington DC ganz kurzfristig geaendert und wir wurden nach Deutschland geschickt. meine mom hat sich darueber natuerlich ganz besonders gefreut, schliesslich war das ihre heimat.

wir kids kannten deutschland nur durch die vielen besuche die wir bei den grosseltern und den verwandten dort gemacht haben. hier mal ein flug nach Germany….dann auch mal eine fahrt von Italien nach Deutschland. ihr koennt  euch sicher ein bild machen. aber dass wir nun 3 jahre und noch laenger dort leben sollten, das haette ich mir echt nicht traeumen lassen.

ich war so ungefaehr 13 jahre alt als wir nach Deutschland kamen. wir hatten das glueck in der stadtmitte eine wohnung zu finden. in der amerik. kaserne war naemlich keine wohnung frei und wir haetten erst mal  9 monate lang auf die warteliste gemusst.

in deutschland habe ich eine deutsche schule besucht, bin mit freunden ins deutsche kino, und auch ins freibad gegangen. die amerik. kaserne, unser “home away from home” befand sich 3 km ausserhalb des staedtchens in der wir stationiert waren. dort verbrachten wir meistens unsere wochenenden, gingen ins amerik. kino, in die bowling alley, und oft auch shoppen in der P.X. und commisary.  meine eltern hatten eine rationskarte fuer kaffee, tee, zigaretten, und alcoholische getraenke. fuer unsere deutschen nachbarn und freunde haben wir auch oftmals eingekauft. ich erinnere mich noch wie scharf die immer auf zigaretten und whiskey waren.

ich hatte mich schnell an das leben in deutschland gewoehnt. fuer mich war es schoen, einfach durch das staedtchen schlendern zu koennen, mich mit freunden in der eisdiele oder vorm kino zu treffen und auch mal einfach so, wann immer ich wollte ,in die baeckerei zu gehen. ich habe die brezeln  so unheimlich gerne gegessen, und auch die broetchen die meine mom immer zum fruehstueck kaufte, haben mir total gut geschmeckt. nachmittags ging ich oft in die baeckerei bei uns im die ecke um bienenstich, flammende herzen, berliner oder gar amerikaner… :mrgreen: zu kaufen. aber auch weingummi, brausestaebchen, und nicht zu vergessen die leckeren mohrenkoepfe, fuer die ich heute noch killen koennte. ich weiss noch wie ich mit freundinnen nach der schule in der baeckerei immer broetchen und mohrenkoepfe gekauft habe, die mohrenkoepfe haben wir zwischen die broetchen gequetscht und das hat uns immer soooo gut geschmeckt.

das einzigste was mir an unserem stadtleben nicht gefiel war, dass wir kein amerik. fernsehprogramm empfangen konnten. es gab nur das deutsche programm, das erste, zweite und das dritte.

im radio hoerte ich neben AFN aber auch oft die deutschen sender. die schlager  die zu der zeit auf allen radiosendern liefen gefielen mir.  an diesen hier kann ich mich noch gut erinnern:

 

in Deutschland haben wir auch viel gesehen, also nicht nur Baden-Wuerttemberg, nein wir haben auch das schoene bayern gesehen, waren im saarland und in hessen. leider waren wir nie im hohen norden. und Ostdeutschland ging ja zu dieser zeit nicht. heutzutage wuerde mich das alles reizen. ich moechte noch so viel von good ol’ Germany sehen.  eine reise nach deutschland ist auf jeden fall fuer naechstes jahr geplant. mal sehen welche orte ich in meine agenda reinpacken kann. eins ist sicher: es wird auf jeden fall kein erholungsurlaub werden….

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8 thoughts on “WALKING DOWN MEMORY LANE

  1. Deine arme Schwester, was hast du nur mit der angestellt 🙂 Ich lach mich gerade schief, saure Gurken gefüttert und ab unters Bett. Da war sicher auch ein wenig Eifersucht im Spiel. Gut, dass sie es überlebt hat 🙂 Ja, wenn der Vater beim Militär ist, dann habens die Kinder oft schwer. Immer wenn man gerade angekommen ist muss man wieder weiterziehen. Das ist beim deutschen Militär nicht anders. Nur berücksichtigt man inzwischen Familien mit Kindern und versetzt erst mal Alleinstehende. Aber gesehen von der Welt hast du natürlich dadurch viel. Um deinen Italienaufenthalt beneide ich dich. Was Deutschland, insbesondere Baden-Württemberg betrifft, Laugenbrezeln würde ich auch vermissen 🙂

    1. @ Ute

      in der US army wird keine ruecksicht auf so was genommen. ich sehe es dennoch als ein vorteil an, wenn man viel rumkommt, weil man dann viele eindruecke, menschen, umgebungen, kulturen usw. kennenlernt. das haette ich nie im leben alles gesehen wenn mein dad nur an einem ort haette bleiben koennen

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