ERINNERUNGEN AN DEUTSCHLAND, 3. TEIL

ich moechte euch ein bisschen von meiner deutschlandzeit erzaehlen. es ist sehr lange her, aber vieles ist mir noch sehr gut in erinnerung geblieben.

zum beispiel die ersten tage nach unserer ankunft. fragt mich nicht, wie aufgeregt ich war und wieviel schiss ich hatte, als wir an unseren standort ankamen. ich erinnere mich so gut an die ersten paar tage, weil es in stroemen geregnet hat.

da es zu der zeit fuer uns keine kasernenwohnung gab (die warteliste betrug 9-12 monate wenn ich mich noch recht erinnere) mussten wir uns eine wohnung in der innenstadt suchen. wir hatten glueck, bekamen eine stadtwohnung im 2. stock, direkt in der hauptstrasse.

wenn man hintenraus aus dem schlafzimmer schaute, sah man auf einen grossen balkon der sich parterre befand und man konnte einen kleinen stadtpark mit spielplatz hinter grossen hohen linden entdecken. der park war sehr schoen angelegt mit springbrunnen, sitzbaenken, baeumen, gepflegtem rasen und so. ( im den sommermonaten fand da jeden sonntag ein parkkonzert statt, wir brauchten nur unser kuechen-und schlafzimmerfenster oeffnen, da konnten wir direkt teilhaben an der schoenen music die die staedtischen musikanten da machten)

die besitzerin des hauses in dem wir wohnten hatte zwei enkelinnen. eine so alt wie ich (12 zu der zeit) und die andere war im alter meiner schwester, also 10) wir freundeten uns sofort an und sie zeigten uns das staedtchen in dem wir dreieinhalb jahre lang wohnen wuerden. es gab so viel zu sehen und zu entdecken. noch waren ferien und die enkelinnen unserer hausbesitzerin konnten uns jeden tag etwas neues zeigen. wir gingen in die eisdiele, ins kino, ins freibad, oder sie liehen uns ihre fahrraeder aus, damit meine schwester und ich auch mal radfahren konnten, durch den park oder ueber den grossen volksfestplatz wo sich die grundschule befand.

neugierigerweise sind wir auch mal der schule gefahren, die wir bald besuchen mussten. meiner schwester und mir machte das radfahren unheimlich viel spass. unsere eigenen fahrraeder waren ja noch unterwegs aus den USA. das dauerte  ungefaehr einen monat bis wir dann endlich unsere eigenen sachen wieder hatten und uns die fahrraeder nicht mehr ausleihen mussten. doch mit dem radfahren, der eisdielenbesuche und der kinonachmittage war ziemlich bald schluss denn die ferien gingen zu ende und die enkelinnen unserer hausbesitzerin mussten wieder zu ihren eltern in einen anderen ort zurueck und wir waren ueber den abschied doch recht traurig. es war immer so lustig wenn wir vier zusammen waren. und was hatten wir immer einen riesenspass wenn unsere “neuen freundinnen” meine schwester und mich verwechselt haben. wir sahen uns naemlich sehr aehnlich und wenn man nur eine von uns sah, wusste man kaum wen man denn nun vor sich hatte. die nachbarn nannten uns immer “die ami zwillinge” dabei waren wir doch gar keine zwillinge. bis die das mal endlich kapiert hatten, das dauerte eine ganze weile, spaeter nannten sie uns dann nur noch “die amimaedchen von nebenan”

mein erste schultag an der deutschen schule war der reinste horror fuer mich. schwesterchen hatte am ersten tag so schreckliche baukraempfe vorgetaeuscht, dass unsere mom sie zu hause behalten hat, sie musste also nicht in die schule, aber ihr erster tag wuerde auch noch kommen. ich war sauer, dass ich alleine zur schule gehen musste, kannte ich doch keine menschenseele dort. das allerschlimmste war, dass ich meine schulkameraden ueberhaupt nicht verstehen konnte. der hohenlohische dialekt war mir fremd. ich fuehlte mich von anfang an nicht wohl. und das merkten die anderen natuerlich und wie haben sie mich damals gehaenselt und sich staendig ueber mich, meinen namen und meine klamotten lustig gemacht. ich habe oft geheult, denn so hatte ich mir meine schulzeit dort nicht vorgestellt.

es dauerte sehr lange bis man mich in der neuen schule akzeptierte. ich musste lernen mich durchzusetzen und mir nichts gefallen zu lassen. mir ist es gelungen, meiner schwester nicht. ihr hatte man aus boshaftigkeit mitten im unterricht den pferdeschwanz abgeschnitten, nur weil sie ihre haarspangen  nicht hergeben wollte.

meine eltern haben sie nach diesem zwischenfall dann auf die amerik. schule geschickt. ich jedoch bin in der deutschen schule geblieben.

viel spaeter fanden meine mitschueler heraus dass man mit mir pferde stehlen konnte und so wurde ich in einer clique aufgenommen.

die schulausfluege machten unheimlich viel spass, einer dauerte sogar mal 3 tage lang, da haben wir die noch damalige hauptstadt Bonn besucht und in Ruedesheim am rhein waren wir auch. das war ganz grosse klasse.

ich habe deutschland lieben gelernt. und am besten hat es mir im schwoabelaendle und in bayern gefallen, wenn ich auch nicht immer alles verstanden habe, weil dialekt unheimlich schwer fuer mich war, aber die landschaft, die haeuser und die trachten haben mich einfach fasziniert und mir war als waere deutschland wirklich zu meiner zweiten heimat geworden….

 

 

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