DAS SCHWARZE SCHAF

in jeder familie bzw. verwandtschaft gibt es ein schwarzes schaf. und soll ich euch mal was verraten? in meiner familie war ich es immer, die das schwarze schaf war.

meiner mutter konnte ich nichts recht machen. ich war ganz anders als meine geschwister, so viel wilder, ein bisschen schwer zu erziehen, eigensinnig bis dorthinaus und …..anders eben. wie soll ich das beschreiben? ich war eben nicht die sportskanone so wie mein bruder (baseball und football) und meine juengere schwester (cheerleader und fitness) , und ich war auch nicht  ruhig und brav im hintergrund wie meine juengste schwester, die zu allem meistens ja und amen gesagt hat. ich war eben ich! ein wildfang! Sammy eben!

ich hatte als kind zu viele streiche im kopf, konnte recht  rebellisch sein, war mitunter etwas verletztend wenn ich mal meine meinung sagte, und ich war einfach nicht zu belehren. ich wollte immer meine eigenen erfahrungen machen, auch wenn ich damit oftmals  auf die schnauze gefallen bin. ich liess mir nie etwas sagen, von niemandem.

fuer meine mom war ich eben das “schwarze schaf” und fuer meinen dad war ich “die beste und liebste auf der welt. tja so unterschiedlich kann man von seinen eltern behandelt/geliebt oder gar ungeliebt werden.

mein gefuehl sagte mir schon damals immer, dass meine mutter nur meinen bruder abgoettisch geliebt hat. von uns maedels mochte sie meine schwester zwar leiden und die beiden kamen mal so gerade eben miteinander zurecht. ja….  und dann natuerlich die kleine, also das “nesthaekchen” die ja eigentlich schon immer auf unsere mom gehoert hat.  sie ist einmal von Californien weg gezogen, nach Maine, und meine mom wollte das nicht, und sofort kam schwesterchen wieder nach hause. ganz genau nach mutter’s wuenschen. sie lebt auch heute noch in Redondo Beach.

bei mir hat meine mom kein theater gemacht, als ich schon frueh von zu hause weg zog. da hiess es nur, “ach Sammy, du schaffst das schon….um dich mache ich mir keine sorgen. ”

meine andere schwester hat sie nicht ganz so leicht gehen lassen, aber dann war’s doch okay. na ja,  der kontakt  zwischen den beiden war auch viel besser als bei mir. mich hat sie nur ein einziges mal besucht, damals als ich in Sarasota,Florida lebte. meine schwester die nach Missouri zog und spaeter dann nach Chicago, (Illinois), hat sie staendig besucht und erst recht  als ihre enkelkinder geboren wurden.

als ich ihr das erste enkelkind schenkte, hat sie es nicht mal fuer noetig gehalten mich in Texas zu besuchen. und als mein sohn jahre spaeter in Oklahoma zur welt kam, hat sie mich auch nicht besucht. das sagt doch schon viel aus, oder? als wir in New York gewohnt haben und mein sohn schwer krank wurde, ist sie ja auch nicht gekommen. aber vorwuerde konnte sie mir am laufenden band machen, ueber alles, den tod meiner tochter, die krankheit meines sohnes, usw.

von meinem dad habe ich es spaeter nach dem meine mutter gestorben war, garantiert bekommen, dass mein bruder ihr bestes und liebstes kind gewesen ist. also hatte ich es immer schon gespuert, und ich habe es mir nicht eingebildet wie ich es mir manchesmal eingeredet habe.

ich finde es schlimm, wenn eltern solche deutlichen unterschiede zwischen ihren kindern machen.

aber ich war die einzigste die sie besucht hat als sie schwer krank wurde, ich habe alles fuer sie getan, war fuer sie da, kuemmerte mich um sie, aber  ihr lieblingssohn hat kaum mal nach ihr gesehen und sie fragte doch staendig nur nach ihm. mein bruder wollte unsere mom nicht mehr besuchen, denn eine kranke mutter war ihm einfach zu laestig.  und meine schwester in Chicago hatte ja nie zeit, sie hatte immer die ausrede, dass Illinois viel  zu weit entfernt sei um mal eben nach “muttern” zu schauen. ich jedoch bin extra von North Carolina gekommen um mich um sie zu kuemmern als es ihr so verdammt schlecht ging.

da erst gingen ihr mal die augen auf, dass ich halt doch nicht die schlimme tochter war fuer die sie mich immer gehalten hat.

aber ein letztes gespraech war nicht mehr moeglich, ich war wieder  in  NC als meine mom gestorben ist. ich bin dann wieder zurueck nach Ca. geflogen um auf ihre beerdigung zu gehen.

man kann mich hassen bzw. nicht moegen wegen was auch immer… oder auch die nase ueber mich ruempfen, weil ich eben nicht so biegbar bin wie andere mich gerne haben moechten, aber eines kann man mir nie nachsagen: dass ich mich nicht kuemmern kann oder kein mitgefuehl habe…..

so das musste jetzt mal raus!

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10 thoughts on “DAS SCHWARZE SCHAF

  1. Liebe Sammy – da haben wir einen Teil SChicksal den wir beide Tragen. Auch ich war schon immer das schwarze Schaf der Familie – und ich hab auch gemacht und getan.
    Jetzt hoffe ich aber endlich mich abnabeln zu können, und suche keinerlei Kontakt damit man mich nicht demütigen kann. Bzw. den Enkel – denn das zieht sich auch in die nächste Generation fort!!
    Ich kann mich da sehr gut in Dich hineinfühlen – und ich sage Dir das hat mit DIR überhaupt nichts zu tun. Deine Mutter hatte das Problem. Was immer das auch gewesen sein mag. Sie konnte wohl nicht anders.
    Und Du musst das Leben genießen denn Du bist Du!!
    Lieben Gruß
    Kerstin

  2. Hallo Sammy, ich fühle mit Dir und kann vieles nachempfinden. Meine Mutter wollte nie Kinder haben und mich das bei jeder Gelegenheit spüren lassen … Du bist Deinen Weg gegangen, Dir treu geblieben und kannst auf Dich stolz auf Dich sein 🙂

    Herzliche Grüßle von Heidrun

  3. Kann ich mir gar nicht vorstellen du als ” Schwarzes Schaf “. Aber es ist schon so wie Jochen schreibt. Einer ist es immer. Dir noch einen schönen Abend. L.G.

  4. Ach Schei**e Sammy, ich drück dich mal ganz lieb
    und ich kenne das nur zu gut.
    Ich sitze hier mit Tränen in den Augen.
    Ich möchte da nichts öffentlich zu schreiben, aber ich weiss genau wie du dich fühlst.
    Lass das raus!!! und freue dich das du einen Mann bekomemn hast, der dich liebt und zwar so wie du bist.
    Das Leben im Elternhaus ist schnell vorbei, prägt einen jedoch.
    Du bist stark und gehst deinen Weg.
    Mütter sind sehr verschieden und viele Frauen sollten einfach keine Kinder bekommen!!!

    Ganz lieben Gruss ♥
    kkk

  5. Uih, da sind aber beim Schreiben wieder Emotionen hoch gekommen Sammy … das entnehme ich jetzt mal aus deinem letzten Satz. Ich mag schwarze Schafe, denn sie sind anders und das ist oftmals sogar gut.

    Ich schwimme auch schon immer gerne gegen den Strom 😉

    LG Frauke

  6. Hallo Sammy,
    ich halte es für ganz normal, dass eine Mutter bei mehreren Kindern eines immer ihr Sorgenkind und ein anderes ihr kleiner Liebling ist.
    Es ist ganz bestimmt nicht gerecht, aber nicht zu vermeiden.
    Ich war ein Einzelkind und trotzdem ungeliebt von meiner Mutter. Ich war so ungeliebt, dass sie mich mit zehn Jahren ein ein Heim abgeschoben hat, weil das Leben für sie mit ihrem Freund (später Mann) so einfacher war.
    Aber trotzdem bist du Deinen Weg gegangen und eine wertvolle Partnerin und liebevolle Mutter Deiner Kinder geworden. Jedes Kind wünscht sich, von seinen Eltern geliebt und behütet zu werden, aber leider gibt es zu viele, denen so etwas “normales” nicht widerfährt.

    G. l. G. Jochen

  7. Sammy, ich finde es sehr schlimm, wenn Eltern Unterschiede bei ihren Kindern machen. Das tut weh. Dass du dich trotzdem so lieb um deine Mutter gekümmert hast finde ich ganz wunderbar. Aber so eine Benachteiligung verfolgt einen ein Leben lang. Lass dich mal umarmen.

  8. Das durfte auch mal raus, liebe Sammy. Ich finde es gut und richtig. Und auch, wie du gewesen bist, als Kind und Teenager. Ich war leider auch immer biegbar, habe immer gemacht, was meine Mutter wollte. Und mußte deshalb sehr leiden. 😦 Ich habe auch so einen Wildfang als Sohn, und heute ist er sehr aufmerksam und umgänglich. 😉 Ich finde es traurig, wie deine Mutter war. Aber auch, wie meine war (und wohl noch ist …). Du darfst aber stolz auf dich sein!
    Alles Liebe
    Linda

  9. In Teilen dessen, was Du geschrieben hast, erkenne ich mich wieder.

    Eltern sollten keine Wertungen bei ihren Kinder anlegen und doch gibt es auch bei uns das “Lieblingskind” der Mutter und des Vaters.

    Egal was Du später alles machst oder die “Lieblingskinder” eben nicht, an dem Gefühl und Deiner “Wertigkeit” bei Deinen Eltern ändert sich nichts.

    So sollte es nicht sein, aber so ist es leider mitunter…

    Fühle Dich verstanden und herzlichst umarmt.

    GLG

    Maccabros

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