LEBEN IN DER KASERNE, 2. TEIL

ich danke euch fuer eure kommentare auf den eintrag  “Leighton Kaserne in wuerzburg” das war eine der zahlreichen kasernen die es in deutschland gegeben hat.

wir haben gar nicht weit von wuerzburg entfernt gelebt. oft waren wir auch in Stuttgart, Nuernberg, Ansbach, Illesheim, Kaiserslautern, Schwaebisch Hall, und Ludwigsburg um in den dortigen kasernen einzukaufen. wenn zum beispiel unsere P.X. (post exchange) oder unsere commisary (amerik. supermarkt fuer military families) bestimmte sachen nicht hatte.

unsere PX und Commisary in den Mc.Kee Barraks (so hiess unsere kaserne)  waren ja eher klein, weil eben auch die base recht klein war und so viel auswahl gab es dann halt  nicht und man konnte einiges nicht bekommen, aber in den groesseren staedten bzw. kasernen gab es oft sachen die wir haben wollten und so bin ich  mit meinen eltern und geschwistern mitgefahren. dabei habe ich auch diese staedte mal kennengelernt. ja , so kommt man eben rum, man faehrt ein bisschen rum, mal da hin und mal dort hin. schliesslich will man sein “gastland” ja auch etwas naeher kennenlernen. meine mom hat schon dafuer gesorgt, dass wir so viel wie nur moeglich von deutschland zu sehen bekamen. und es hat sich nicht nur darauf beschraenkt wo amerik. installationen waren, sondern es wurden auch verwandten besuche gemacht oder urlaub, mal am bodensee, dann am tegernsee, und am chiemsee. es war interessant und wir hatten dabei so viel erlebt und gesehen und es hat uns echt spass gemacht.

ich habe die familien immer bedauert, die nie die kaserne verlassen haben, mag es aus angst gewesen sein oder nur aus unlust. ich denke das war ein grosser fehler vieler amerikanischer familien. lieber blieben sie unter sich, vielleicht weil sie sich dort sicher und geschuetzt fuehlten, vielleicht auch weil sie angst hatten vor allem was fremd fuer sie war. oder eben auch aus faulheit. wie dem auch sei, ich fand das echt schade.

ich bin froh, dass meine familie nicht so gedacht hat und viel mit mir und meinen geschwistern in der zeit in der wir in deutschland stationiert waren, unternommen haben.

und nein, wir haben uns in der kaserne nicht eingesperrt gefuehlt, wir konnten ja jederzeit raus aus der militaerischen installation. in den amerik. wohnblocks, den siedlungen, da war ja kein zaun. deutsche konnten amerikanische familien jederzeit besuchen. nur die installation selbst, also da wo die militaerischen anlagen waren, die amerik. geschaefte, die kirche, die kegelbahn, das kino, usw. da war fuer deutsche kein zugang. nur einmal im jahr sozusagen wurden die tore geoeffnet, und da fand dann der tag der offenen tuer statt, meistens mit dem deutsch-amerik. volksfest verbunden. in die geschaefte durften die deutschen jedoch nicht, da man dort alles verbilligt und ohne mehrwertsteuer einkaufen konnte. an amerikanische ware konnte man nicht gelangen, es sei denn man kannte eine amerik. familie mit denen man befreundet war, die haben dann die sachen wie z.B. zigaretten, kaffee, tee, und whiskey und dergleichen besorgt und das gab’s alles auf rationskarte. auch das benzin war rationiert. aber die rationen waren grosszuegig eingeteilt. pro monat konnte man 4 stangen zigarretten kaufen. und benzin war spottbillig fuer uns und unsere grossen autos damals.

ich habe mal eine meiner deutschen freundinnen in eines der amerikanischen geschaefte reingeschmuggelt :mrgreen: ( ist doch klar, Sammy hat das fertig gebracht 😉 )

ich habe sie mit in die PX genommen, dort gab es alles wie in einem kaufhaus, von kleidung bis haushaltswaren, schreibwaren, kosmetikartikel, musicabteilung, spielsachen, sportartikel, usw.

meine deutsche freundin durfte nur ihren mund nicht aufmachen und sie konnte nichts kaufen, denn erstens wurde mit dollar bezahlt und zweitens hatte sie keine I.D. card, keinen military- member ausweis. also deutete sie nur auf die sachen die sie gerne haben wollte, und ich habe sie dann gekauft, denn ich konnte ja meinen ausweis vorzeigen. das musste ich auch immer fuer meine kleinen schwestern machen, denn die I.D. card bekam man erst ab dem 12. lebensjahr ausgestellt.

nur ich und mein bruder hatten einen ausweis im ersten jahr unseres deutschlandaufenthaltes und so konnten wir uns in den geschaeften rumtreiben 😀 und auch einkaufen gehen.  da gab es alles was es in unserer amerikanischen heimat gab. nachdem wir nach lust und laune und taschengeld 😉 eingekauft hatten (meistens schallplatten, comic hefte, buecher, schreibwaren usw.) sind wir nach oben gegangen in den ersten stock. da war dann die snack bar, sozusagen eine cafeteria. dort haben wir meistens hot dogs oder burgers gegessen und wenn wir dort fertig waren, haben wir noch schnell einen stop im “food land” gemacht, dort gab es lebensmittel, aber nur eine kleine auswahl und dort haben wir uns meistens noch ein eis zum lutschen oder kaugummi und schokolade gekauft. die snack bar und das foodland waren auch sonntags geoeffnet.

und wenn wir wollten konnten wir  auch in der stadt in den deutschen geschaeften einkaufen. das hat aber nicht jeder gemacht, wie gesagt manchmal aus angst ( wegen der sprachbarriere)und eben weil alles so fremd war. ich bin aber oft mit meinem rad 3 km bis in die stadt gefahren, ich kannte mich ja gut aus, hatte ich doch die ersten 3 jahre dort gelebt bevor wir in die kaserne gezogen sind. ich habe meine freundinnen besucht die ich aus der schule her kannte (mit der zeit wurde ich akzeptiert und habe freunde in der schule gefunden, war dann nicht mehr das “besatungskind” ) wir sind oft ins schwimmbad gegangen oder ins kino und in die eisdiele. meine schwester war oft mit dabei. mein bruder ging zu seinen freunden und meine kleine schwester war noch zu klein, die blieb meistens zu hause.

das kasernen leben war fuer uns damals keine einschraenkung. es war sozusagen “home away from home” wenn ihr versteht was ich meine.

hier habe ich noch ein paar videos ueber das amerik. kasernenleben. ich hoffe dass ihr sie bei euch drueben sehen koennt 😀

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3 thoughts on “LEBEN IN DER KASERNE, 2. TEIL

  1. Ist klar, dass das, was hinter dem Zaun zu finden ist, wesentlich interessanter ist, als das, was man schon kennt. 🙂

  2. Eure Schokolade und die Zigaretten waren der Hammer. Navicat war meine bevorzugte Sorte. Gut das ihr nicht nur in der Kaserne geblieben seid und euch Deutschland angesehen habt.l.G.

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