EINEN TEIL MEINES LEBENS

einen kleinen teil meines lebens habe ich in good ol’ Germany verbracht 😀

lang, lang ist’s her, aber die erinnerungen sind noch so lebendig, als waere es erst gestern gewesen. ich und meine familie hatten eine wunderschoene zeit in deutschland, auch wenn der anfang sehr schwierig war. vieles war neu und sehr ungewohnt fuer mich, wie z.B. die ladenschlussgesetze bei euch drueben (um 18 uhr war alles zu)  und dass sonntags alles geschlossen war. *schrecklich*

ja, das war sehr gewoehnungbeduerftig fuer mich. zum glueck hatten wir ja die PX in der kaserne, wo wir auch sonntags einkaufen konnten. montags war sie allerdings geschlossen. aber an montagen konnte man ja wieder in der stadt einkaufen 😉

fuer mich war die schule damals am allerschlimmsten. ich haette ja eine amerik. schule besuchen koennen, doch da wir die ersten drei jahre in der stadt wohnten und meine mutter deutsche war, war es natuerlich abgemachte sache, dass ich eine deutsche schule besuchen wuerde, ob ich wollte oder nicht. meine mom bestand darauf. heutzutage bin ich ihr dankbar dafuer, aber damals???

damals war ich gar nicht gut auf meine mom zu sprechen, weil sie mir soetwas “antun ” wollte. es hat echt lange gedauert bis ich endlich freunde in der deutschen schule gefunden habe. in meiner klasse gab es ein paar cliquen, jedenfalls hingen bestimmte maedchen immer zusammen, waehrend die anderen eher die aussenseiter waren. ich gehoerte natuerlich  zu den aussenseitern, denn ich wurde genauso ausgeschlossen aus der klassengemeinschaft wie mein italienischer klassenkamerad Domenico. dann hatten wir noch ein maedchen aus der Tschechoslowakei, die man auch nicht mochte und nicht akzeptieren wollte.

ich hasste jeden ausflug den meine klasse machte, und jede schulfeier,  einfach alles was sich in der schule so abspielte, habe ich zu der zeit gehasst. ich bat meine mom mich doch in die amerik. schule zu schicken, aber da stiess ich jedesmal nur auf ganz taube ohren.

mit der zeit habe ich dann freunde gefunden. ich gehoerte dann ploetzlich zur “in crowd” und man nahm mich in die klassengemeinschaft auf. mein schulleben hatte sich von einem tag zum anderen veraendert und von da an war ich gerne in der deutschen schule. ich hatte mich an den fuer mich doch recht komischen unterricht gewoehnt, und dass die dinge so ganz anders abliefen als in einer amerik. schule.

spaeter dann, als wir im letzten jahr in die kaserne zogen, durfte ich auf die amerik. schule gehen  aber dann wollte ich eigentlich gar nicht mehr wechseln. aber ich sollte auf die amerik. schule, da wir in ca. 6 monaten in die staaten zurueck mussten. meine freundinnen fehlten mir, aber sie konnten mich ja jederzeit im wohnviertel der kaserne besuchen, was sie manchesmal auch taten.

was ich sooo schade fand war, dass die maedels mit denen ich befreundet war, nie bei mir uebernachten durften. und ich nicht bei ihnen. in den USA hatte ich an wochenenden oft freunde bei mir zum uebernachten. wir hatten gegenseitige “sleep overs” und das hat jedesmal so viel spass gemacht, wenn zwei oder drei maedchen bei mir zu gast waren oder ich bei ihnen.

zum schlafen hatten wir dann natuerlich keine zeit  😉 wir waren kids die am wochenende aufbleiben durften, wir haben TV geschaut bis morgens um drei, und gekichert und rumgealbert haben wir bis spaet in die nacht, bis meine eltern dann drohend fuer ruhe sorgen mussten. gegen morgen sind wir dann endlich eingeschlafen und nachmittags sind die maedels dann wieder nach hause gegangen.

in deutschland schien es so etwas wie “sleep overs” wohl nicht zu geben. das wunderte mich und das habe ich auch immer so schrecklich vermisst.

der abschied von deutschland war fuer mich ganz besonders schlimm. mir ist es von allen am allerschwersten gefallen. meine geschwister haben das viel leichter gepackt als ich. sie freuten sich wieder in die staaten zurueck gehen zu duerfen, waehrend ich doch gerne noch ein paar jahre laenger in Germany geblieben waere….

ich wollte noch so viel von deutschland sehen. als ich dann 16 war, hiess es jedoch abschied nehmen von meinem gastland, der heimat meiner mutter, meiner zweiten heimat, das land das ich so lieben gelernt hatte 😥

meine eltern hatten auch nette freundschaften und bekanntschaften geschlossen. ihnen fiel der abschied natuerlich auch schwer, ganz besonders meiner mutter, denn sie musste ein zweites mal ihre heimat verlassen. beim zweiten mal war es aber dann doch wesentlich einfacher fuer meine mutter.

ich habe bei der ankunft in deutschland geheult als ich 12 jahre alt war und mich als fremde dort fuehlte….und ich habe geheult als ich 16 war und deutschland wieder verlassen musste, weil ich so viel schoenes erlebt habe und viele freundschaften geschlossen hatte, die ich nun einfach zurueck lassen musste. wir haben uns nie mehr wiedergesehen. aber so ist das leben. doch meine schoenen (und auch die nicht so schoenen)  erinnerungen bleiben fuer immer bestehen.

man schenkte meinen eltern zum abschied eine platte von Gus Backus. dieses lied werde ich nie vergessen, denn meine mutter hat es damals noch sehr oft gehoert. mir ist es also sehr gut in erinnerung geblieben, wie so viele andere deutsche lieder auch.

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4 thoughts on “EINEN TEIL MEINES LEBENS

  1. Liebe Sammy, ich könnte mir vorstellen, dass du doch irgendwann nochmal nach Deutschland zu Besuch kommst. Wenn man so gerne an einen Platz denkt, wo man mal war, dann zieht es einen meist dorthin zurück. Allerdings kann man dabei auch enttäuscht werden. Denn alle Orte verändern sich. Und schon nach 10 Jahren erkennt man eine Stadt oft nicht mehr wieder. Trotzdem ist es interessant, die Stätten der Kindheit mal wieder zu besuchen.
    Ich selbst habe nur in Deutschland und kurz in der Schweiz gewohnt. Dafür aber bisher in 10 verschiedenen Orten und innerhalb der Orte z.T. auch in verschiedenen Gegenden. Ist natürlich keine so weite Reise, diese Orte mal wieder zu besuchen. Aber ich denke, der Erinnerungswert ist der gleiche.
    Ansonsten kann ich dir auch raten, wie schon einige hier, mal bei FB zu suchen nach Namen, die dir noch in Erinnerung sind. Ich habe einige der Leute auch dort gefunden, welche ich schon seit Jahren aus den Augen verloren hatte. Sich dann mal wieder zu treffen, ist etwas ganz besonderes.

    LG, Ehra

  2. Da hast du ja schon eine Menge Erinnerungen aufgeschrieben. Sag mal ahst du eigentlich noch Kontakt zu den Mädels von damals oder mal im Internet danach gesucht? Übrigens kurz zu meinem Projekt, es ist so gedacht daß man den Beitrag zum Thema auf seinem eigenen Blog schreibt und bei mir die Verknüpfung hinterläßt. Und bist du so lieb und mailst mir das Passwort für deine geschützen Artikel? Liebe Grüße aus Good old Germany
    Doro

  3. Die Erinnerungen ob gut oder negativ kann dir keiner mehr nehmen. Heute ist das hier auch anders geworden. z. B. sleep overs” sind hier jetzt auch ganz normal. L.G.L:

  4. Abschied tut doch irgendwie immer weh.
    Hat man sich erst einmal etabliert, ist es viel leichter.
    Hast du mal über Facebook oder Stayfriend versucht nach deiner Schule in Deutschland zu suchen? Vll. findest du dort noch ehemalige Klassenkameraden. Das ist immer ein grosses Hallo.
    http://www.stayfriends.de

    Liebste Grüsse ♥
    kkk

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